Regard 10.0
Test & Bewertung 2025
1.999 €
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Profil
Performance-Bewertung
Einsatzbereiche
Beschreibung
Mit dem Regard 10.0 schickt der Bonner Direktversender Radon ein Aluminium-Gravel-Bike ins Rennen, das unter der psychologisch wichtigen 2.000-Euro-Marke bleibt — und dabei ein Gewicht von rund 9,3 Kilogramm auf die Waage bringt. Für ein Alu-Rad ist das ein ungewöhnlich niedriger Wert, der sonst eher in der Carbon-Klasse zu finden ist.
Der Rahmen besteht aus Triple-Butted-Aluminium, bei dem die Rohrwandstärken dreifach abgestuft sind. Das spart Material und damit Gewicht, ohne die Steifigkeit an den belasteten Stellen zu kompromittieren. Die Carbongabel wiegt etwa 460 Gramm und trägt wesentlich zum niedrigen Gesamtgewicht bei. Was bei genauer Betrachtung auffällt: Die Schweißnähte am Rahmen sind grob ausgeführt. Funktional spielt das keine Rolle, optisch trennt es das Regard von teureren Alu-Modellen mit geglätteten Nähten.
Beim Antrieb setzt Radon auf eine komplette Shimano-GRX-820-Gruppe in 1x12-Konfiguration. Vorne arbeitet ein 40er Kettenblatt, hinten stellt die 12-fach-Kassette eine ausreichende Bandbreite für Asphalt und Schotter bereit. Die GRX-820-Reihe ist Shimanos dedizierte Gravel-Linie der oberen Mittelklasse und bietet eine präzise, definierte Schaltperformance. Dass Radon hier nicht auf günstigere Komponenten ausweicht, ist bei diesem Preis nicht selbstverständlich.
Gebremst wird mit hydraulischen Shimano GRX BR-RX810 mit ServoWave-Technologie. Die Bremshebel erzeugen dadurch schon bei geringem Fingerdruck eine hohe Verzögerung — auf langen Abfahrten ein spürbarer Vorteil. Als Laufräder kommen DT Swiss G1800 zum Einsatz, solide Gravel-Laufräder mit Tubeless-Kompatibilität. Die montierten Continental Terra Speed in 40 Millimetern rollen schnell auf befestigten Wegen, bieten auf losem Untergrund aber begrenzten Grip. Die maximale Reifenfreiheit liegt bei 45 Millimetern, was Spielraum für etwas breitere Pneus lässt. Der SDG Bel Air V3 Overland-Sattel und der geflarte LEVELNINE Gravel Bar runden die Ausstattung ab. Montagepunkte für Schutzbleche, Gepäckträger und Lowrider machen das Regard auch für Pendler und Bikepackingtouren tauglich. Fünf Rahmengrößen von 50 bis 61 decken ein breites Spektrum an Körpergrößen ab.
Im Test des Tour Magazins (Ausgabe 09/2025) erreichte das Regard 10.0 Platz zwei unter sechs Gravel-Bikes bis 2.000 Euro. Die Tester hoben das geringe Gewicht und die daraus resultierende starke Beschleunigung hervor. Velomotion vergab 89 Prozent und betonte die Vielseitigkeit des Rades. Beide Tests merkten allerdings an, dass die Sitzposition vergleichsweise aufrecht ausfällt — wer eine gestreckte, aggressive Haltung bevorzugt, sollte probefahren. Auf ruppigem Gelände macht sich zudem das Fehlen jeglicher Federung bemerkbar; der Alu-Rahmen gibt wenig nach.
Unter dem Strich liefert Radon mit dem Regard 10.0 ein leichtes, gut ausgestattetes Gravel-Bike, das vom Direktvertriebsmodell profitiert. Für 1.999 Euro bekommt der Käufer eine vollständige GRX-820-Gruppe, brauchbare DT-Swiss-Laufräder und ein Gewicht unter zehn Kilogramm. Die Zielgruppe sind Gravelbiker, die ein schnelles, tourentaugliches Rad suchen und auf Federungskomfort verzichten können.
Quellen: Tour Magazin, Ausgabe 09/2025: Vergleichstest Gravel-Bikes unter 2.000 €, Platz 2 von 6. Velomotion, Test Radon Regard 10.0 2025, Wertung 89 %.
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